
Phase 1-2 Vorplannung
Einordnung und Ziel der Phase 1–2
Nach Abschluss der Phase 0, die als pädagogische Konzeptionsphase zu verstehen ist, beginnt mit den Phasen 1–2 die Vorplanung des Schulbauprojekts. Auf Grundlage des pädagogischen Raum- und Nutzungskonzepts werden nun die nächsten planerischen Schritte eingeleitet. Der Schwerpunkt dieser Phase liegt auf der Übersetzung der pädagogischen Zielsetzungen in eine baulich-planerische Logik.
Während Phase 0 die inhaltlichen und pädagogischen Grundlagen schafft, dient die Vorplanung dazu, diese Grundlagen gemeinsam mit Bauplanung und Verwaltung in erste räumliche, funktionale und organisatorische Überlegungen zu überführen.
Pädagogik
Bauplanung
Von der pädagogischen Konzeption zur baulichen Vorplanung
Zentrales Anliegen der Phasen 1–2 ist es, die Ergebnisse der pädagogischen Konzeptionsphase systematisch in die weiteren Planungsschritte zu integrieren. Dazu bedarf es einer gezielten Übersetzungsarbeit, bei der pädagogische Grundideen, Arbeitsweisen und Anforderungen in räumliche und funktionale Strukturen überführt werden.
Diese Übersetzungsarbeit erfolgt im engen Austausch zwischen Pädagogik, Bauplanung und Verwaltung. Die pädagogischen Vertreter bringen ihre konzeptionellen Überlegungen ein, während die Bauplanung diese schrittweise in erste räumliche Strukturen, Flächenüberlegungen und funktionale Zusammenhänge überträgt. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis dafür zu entwickeln, welche räumlichen Voraussetzungen notwendig sind, um die pädagogischen Zielsetzungen wirksam zu unterstützen.
Zeitlich ist es entscheidend, diese Abstimmungsprozesse frühzeitig durchzuführen – noch bevor ein definitiver Projektentwurf oder detaillierte Pläne erarbeitet werden.
Rolle des Dialogs und der Lenkungsgruppe
Die Arbeitsschritte der Vorplanung sind geprägt von einem kontinuierlichen Dialog zwischen den beteiligten Akteuren aus Pädagogik, Bauplanung und Verwaltung. In dieser Phase kommt der Lenkungsgruppe eine zentrale Bedeutung zu.
In der Lenkungsgruppe werden:
- Zwischenergebnisse vorgestellt und reflektiert,
- offene Fragen an den Schnittstellen geklärt,
- Entscheidungen gemeinsam vorbereitet und abgesichert.
Sie stellt sicher, dass die pädagogischen Grundideen und Prinzipien aus Phase 0 auch in der weiteren Planung wirksam berücksichtigt werden und nicht an Bedeutung verlieren.
Konkretisierung räumlicher Anforderungen
Durch die systematische Auseinandersetzung mit den pädagogischen Zielsetzungen werden die Anforderungen an Raum, Fläche und Funktion zunehmend geschärft. Auf dieser Grundlage können erste planerische Überlegungen konkretisiert werden, etwa zur benötigten Anzahl von Räumen, zu deren funktionaler Zuordnung und zur räumlichen Anordnung.
Es entstehen erste Skizzen und Vorentwürfe, die die pädagogische Grundausrichtung widerspiegeln und als Grundlage für die weitere Ausarbeitung dienen.
Ergänzend kann ein sogenanntes Raumtypenbuch eingesetzt werden. Darin werden:
- unterschiedliche Raumtypen beschrieben,
- ihre Funktionen im pädagogischen Alltag erläutert,
- Bezüge zu den pädagogischen Grundideen hergestellt
und erste räumliche Zusammenhänge dokumentiert.
Das Raumtypenbuch dient als verbindendes Arbeitsinstrument zwischen Pädagogik und Bauplanung.
Bauplanung
Verfahren zur architektonischen Weiterplanung
Parallel zu den inhaltlichen Abstimmungen zwischen Pädagogik und Bauplanung legen Politik und Verwaltung das Verfahren fest, mit dem die architektonische Planung weitergeführt werden soll. Häufig wird hierfür ein Architektenwettbewerb gewählt, da er die Möglichkeit bietet, das pädagogische Raum- und Nutzungskonzept als verbindlichen Bestandteil der Ausschreibung zu integrieren.
Unabhängig vom gewählten Verfahren bleibt der Anspruch derselbe:
Die pädagogischen Grundideen und Prinzipien aus Phase 0 sollen in der architektonischen Planung von Beginn an berücksichtigt und weiterentwickelt werden.
Rückkopplung auf kommunaler Ebene
Auf Basis des pädagogischen Raum- und Nutzungskonzepts sowie der ersten planerischen Skizzen bietet sich eine Präsentation auf kommunaler Ebene an, etwa in der zuständigen Kommission für Schule und Bildung. Dort kann der Entwicklungsstand des Projekts vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden.
Rückmeldungen aus diesem Gremium können anschließend in der Lenkungsgruppe aufgegriffen und gezielt in die weitere Planung einbezogen werden.
Absicherung mit ministeriellen Instanzen
Mit dem Vorliegen erster räumlicher Konzepte und der geplanten weiteren Vorgehensweise empfiehlt sich eine erneute Rücksprache mit den zuständigen Stellen des Bildungsministeriums. Ziel ist es, die grundsätzliche Ausrichtung des Bauvorhabens frühzeitig abzusichern und mögliche Klärungsbedarfe rechtzeitig zu identifizieren.
Diese Absicherung kann auch in Form einer Anfrage für ein Gutachten oder Vorgutachten erfolgen. Ergänzend können die Verantwortlichen der regionalen Schuldirektion unterstützend wirken, indem sie die pädagogische Grundausrichtung einordnen und geeignete Ansprechpartner auf ministerieller Ebene benennen.
Abschluss der Phase 1–2
Mit Abschluss der Vorplanung liegen erste abgestimmte planerische Grundlagen vor, die die pädagogischen Zielsetzungen in räumliche und funktionale Strukturen überführen. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um in den folgenden Phasen die Planung weiter zu konkretisieren und in die formalen, rechtlichen und verwaltungstechnischen Schritte der Umsetzung überzugehen.







