
Schulraumentwicklung
in einem partizipativen
und kooperativen Planungsprozess
INTRO
Die Planung und der Bau von Bildungsräumen ist ein komplexer Prozess, der nur im Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure gelingen kann.
Schulbauprozesse aus pädagogischer Perspektive und bietet eine strukturierte Orientierung über die zentralen Phasen, Akteure und Aufgaben bei der Planung und Umsetzung neuer Bildungsräume.
An wen adressiert
sich diese Seite?
Diese Internetseite richtet sich in erster Linie an Akteure aus dem Bereich der Pädagogik, die davor stehen in den Gestaltungsprozess von neuen Bildungsräumen eingebunden zu werden oder bereits eingebunden sind.
Sie kann aber darüber hinaus auch allen anderen Beteiligten aus den Handlungsbereichen Politik und Architektur dabei helfen, die Komplexität eines solchen Vorhabens zu erfassen und durch das dadurch entstehende gegenseitige Verständnis der Akteure, den Gesamtprozess unterstützen.
Wie kann ich diese
Seite nutzen?
Die Inhalte dieser Internetseite dienen den Beteiligten als Orientierungshilfe und bieten eine strukturierte Gesamtübersicht über die wesentlichen Phasen und Etappen eines Planungs- und Bauprozesses von Bildungsräumen. Die hier dargestellten Phasen sind eng angelehnt an das 10-Phasen Modell, das im deutschsprachigen Raum von der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft und weiteren Akteuren im Bereich des Schul- und Bildungsbaus häufig genutzt wird.
Der Fokus liegt in erster Linie auf dem Handlungsbereich der Pädagogik und ihrer Rolle innerhalb der einzelnen Phasen. Gleichzeitig ermöglichen gezielte Einblicke in die Handlungsbereiche von Politik, Verwaltung und Architektur dem Nutzer ein besseres Verständnis der jeweiligen Anforderungen und Abhängigkeiten im Gesamtprozess und fördern somit das gegenseitige Verständnis.
DISCLAIMER
Diese Internetseite beschreibt die verschiedenen Phasen eines Planungs- und Bauprozesses von Bildungsräumen und erläutert zentrale Aufgaben, Fragestellungen und Zusammenhänge. Sie gibt Anregungen, macht Vorschläge und weist auf wesentliche Etappen im Planungs- und Bauprozess hin.
Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit. Jeder Planungs- und Bauprozess von Bildungsräumen ist in seinen Rahmenbedingungen einzigartig. Die dargestellten Inhalte und Handlungsempfehlungen sind daher stets im jeweiligen Projektkontext zu prüfen und entsprechend anzupassen.
Für all weiterführenden Informationen zu diesem Thema finden Sie am IFEN den passenden Ansprechpartner. Gerne Kontakt aufnehmen unter accompagnement@ifen.lu
AKTEUREN
Die zentralen Personen
in der partizipativen Gestaltung
Zahlreiche Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass Schulbauprozesse dann besonders erfolgreich sind, wenn von Beginn an eine enge Kooperation zwischen den zentralen Akteuren aus Pädagogik, Bauplanung und Verwaltung besteht.
Am Anfang eines solchen Prozesses steht daher die Identifikation der relevanten Beteiligten aus diesen drei Handlungsbereichen sowie das klare Commitment ihrer Entscheidungsträger zu einem partizipativen und kooperativen Planungsprozess.

Pädagogik

Verwaltung

Bauplanung
DAS PHASENMODELL AUF EINEN BLICK
Eine globale Übersicht des
Planungsprozesses mit Zugang
zu detaillierten Informationen.
Das folgende Phasenmodell bietet eine strukturierte Übersicht über die zentralen Etappen eines Schulbauprozesses – von der gemeinsamen Auftragsklärung bis zur pädagogischen und räumlichen Inbetriebnahme.
Es macht sichtbar, wie inhaltliche, pädagogische, organisatorische und bauliche Aspekte im Verlauf des Prozesses aufeinander aufbauen und miteinander verzahnt sind.

Phase -1 Commitment – Rollen- und Auftragsklärung
Zu Beginn eines Schulbauprozesses ist es entscheidend, dass sich alle Entscheidungsträger klar zu einem partizipativen und kooperativen Vorgehen bekennen. Dieses Commitment bildet die Grundlage für einen erfolgreichen und effektiven Planungsprozess, der die Bedürfnisse der Schulgemeinschaft bestmöglich berücksichtigt.
Ein partizipativer Ansatz schafft Transparenz, fördert die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen und macht deutlich, dass die Meinungen und Perspektiven aller Akteure und Beteiligten gehört und ernst genommen werden. Die Einbindung vielfältiger fachlicher und nutzerbezogener Kompetenzen trägt wesentlich zu bedarfsgerechten und nachhaltigen Lösungen und Entscheidungen bei. Gleichzeitig stärkt der gemeinsame Prozess das Vertrauen zwischen allen Beteiligten und unterstützt eine konstruktive Zusammenarbeit. Langfristig erhöht die aktive Beteiligung die Identifikation mit dem Projekt und trägt dazu bei, dass das Schulgebäude akzeptiert und seinem Zweck entsprechend genutzt wird.

Phase 0 Entwicklung des pädagogischen Raum- und Nutzungskonzepts
Die sogenannte „Phase 0“ ist als Vorbereitungs- und Konzeptionsphase dem eigentlichen Planungs- und Bauprozess vorgelagert und stellt die Weichen für das gesamte Projekt. Auf Basis der pädagogischen Zielvorstellungen erarbeitet der pädagogische Bereich in dieser Phase das pädagogische Raum- und Nutzungskonzept, das als Grundlage für die weitere Planung und die spätere Umsetzung des Bauvorhabens dient.
An der Schnittstelle zwischen Architektur und Pädagogik fungiert das pädagogische Raum- und Nutzungskonzept im weiteren Verlauf als orientierender Rahmen – gleichsam als Kompass – und unterstützt beide Seiten in Entscheidungssituationen handlungsleitend.

Phase 1-2 Vorplannung
Nach Abschluss der Phase 0, die als pädagogische Konzeptionsphase zu verstehen ist, können auf Grundlage des pädagogischen Raum- und Nutzungskonzepts alle weiteren Planungsschritte eingeleitet werden.
In dieser Phase werden die Inhalte des pädagogischen Raum- und Nutzungskonzepts gemeinsam mit den Akteuren der Bauplanung und der Verwaltung erörtert. Ziel ist es, die pädagogischen Ideen und Grundannahmen in die folgenden Schritte der bautechnischen Planung zu übertragen, dort zu berücksichtigen und konsequent umzusetzen.
Die Arbeitsschritte sind dabei von einem regelmäßigen Austausch und einem kontinuierlichen Dialog zwischen den Akteuren der Bauplanung, der Verwaltung und der Pädagogik geprägt. Eine zentrale Rolle übernimmt hierbei die Lenkungsgruppe, in der alle benannten Akteure vertreten sind. Sie dient der fortlaufenden Abstimmung und stellt sicher, dass ein gemeinsames Verständnis der pädagogischen Grundideen und -prinzipien besteht und diese in der weiteren Planung wirksam berücksichtigt werden.

Phase 3-6 Konzeptentwurf und Detailplanung
In diesen Phasen verschiebt sich der Schwerpunkt des Schulbauprojekts von der konzeptionellen und inhaltlichen Abstimmung hin zu den formalen, rechtlichen und verwaltungstechnischen Anforderungen der Umsetzung.
Die Phasen 3 bis 6 sind maßgeblich durch eine Reihe gesetzlich vorgeschriebener sowie verwaltungstechnischer Arbeitsschritte geprägt, die für die Weiterführung des Schulbauprojekts erforderlich sind. In diesen Phasen erfolgt unter anderem die abschließende Abstimmung der Planung in den zuständigen Gremien, insbesondere im Gemeinderat, mit dem Ziel, die formalen Voraussetzungen für die Umsetzung des Bauvorhabens zu schaffen.
Daran schließen sich die öffentliche Ausschreibung sowie die Durchführung der entsprechenden Vergabeverfahren an. Diese bilden abschließend die rechtliche und organisatorische Grundlage für die Beauftragung der ausführenden Baufirmen.

Phase 7-9 Bauphase
In Phasen 7 bis 9 steht der tatsächliche Bau der geplanten schulischen Infrastruktur im Vordergrund. Neben den baulichen Arbeiten kommt der fortlaufenden Information und Einbindung der zukünftigen Nutzer eine zentrale Bedeutung zu.
Transparente Kommunikationsstrategien, wie regelmäßige Informationsformate und kontinuierliche Updates zum Baufortschritt, schaffen Vertrauen und tragen dazu bei, die Akzeptanz des Projekts bei allen Beteiligten zu stärken. Gegen Ende der Bauphase treten neben der Information über den Stand der Bauarbeiten zunehmend vorbereitende Maßnahmen für die Inbetriebnahme der neuen schulischen Infrastruktur in den Fokus. Dazu zählen erste organisatorische und konzeptionelle Schritte, die den Übergang in den schulischen Betrieb unterstützen.

Phase 10 Pädagogische und räumliche “Inbetrieb-nahme” und Betrieb
Mit der Schlüsselübergabe und den vorbereitenden Maßnahmen zur Inbetriebnahme beginnt in Phase 10 der Übergang in den täglichen Bildungsbetrieb.
Phase 10 beschreibt die pädagogische und räumliche Inbetriebnahme der neuen schulischen Infrastruktur. In dieser Phase geht es darum, die neuen Räume im Sinne eines abgestimmten pädagogisch-didaktischen Konzepts schrittweise „mit Leben zu füllen“ und für den schulischen Alltag nutzbar zu machen.
Alle Akteure – Lehrkräfte, Schulleitung, pädagogische und weitere Mitarbeitende sowie Schülerinnen und Schüler – werden in dieser Phase dabei unterstützt, die Möglichkeiten der neuen Innen- und Außenräume kennenzulernen, zu erproben und aktiv zu nutzen.
RESSOURCEN
Im Bereich Ressourcen finden sich vielfältige Inhalte, die Teams im Gestaltungsprozess neuer Bildungsräume unterstützen. Dazu gehören unter anderem ein ausführliches Glossar, Leitfäden, Checklisten, Planungshilfen, Studien sowie Praxisbeispiele.
Die Materialien bieten fundiertes Wissen, praxisnahe Anregungen und konkrete Werkzeuge für alle Beteiligten – von der ersten Idee über die einzelnen Planungsphasen bis hin zur Umsetzung und Inbetriebnahme.



